Ruder-Verein „Preußen“ e.V. Berlin

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Chronik-Navigation

Teil 1
Wie alles begann

Teil 2
Neuanfang in Karolinenhof

Teil 3
Von der Dahme an die Havel

Teil 4
Neue Horizonte

Teil 5
Vereinsleben heute

Chronik

Hier finden Sie die Geschichte des RVP.

 Anlässlich des 100jährigen Bestehens des Ruder-Verein „Preußen“ e.V. gab der Vorstand 2003 eine Festschrift heraus, in der der folgende Text (hier verteilt auf 5 Teile) zur Vereinsgeschichte erschien.
Druck: Rotaprint-Druck Werner Hildebrand, Berlin
Auflage: 200
© 2003 Ruder-Verein „Preußen“ e.V., Berlin-Heiligensee

Bedeutende Persönlichkeiten

Die Gründungsväter:
Hugo Haase
Hermann Lehmann
Apotheker Roth
Bankvorsteher Schnepf
Fabrikdirektor Franz Wild

Ehrenprotektor:
Se. Exz. Generalleutnant z.D. Curt Laube

Ehrensenior:
Major v. Bismarck, Ritter des Johanniter-Ordens

Ehrenvorsitzende:
Erich Conti   †
Wilhelm Geske   †
Martin Götze   †

Wie alles begann

Seit nunmehr einhundert Jahren hat der Ruder-Verein „Preußen“ e.V. (RVP) im Jubiläumsjahr 2003 Bestand. Dieses Jahrhundert war geprägt sowohl von vielen gravierenden Umbrüchen, Katastrophen aber auch von Erfolgsgeschichten, die das Vereinsleben zeichneten, und die an dieser Stelle anlässlich des 100-jährigen Bestehens unseres Vereins zusammengefasst werden sollen.

Beginnen wir im Jahr 1903, dem Gründungsjahr des RVP. Es lag in einer Phase nationalen Überschwangs - die Gründung des Deutschen Reiches lag gerade 32 Jahre zurück - sowie eines enormen technischen Fortschritts, etwa der Entdeckung der Radioaktivität oder des ersten Motorfluges.

Im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert fand auch in Deutschland immer mehr die Ausübung des aus England "importierten" Rudersports Anklang, und eine Vielzahl von Rudervereinen haben ihr Gründungsdatum in dieser Zeit.

Aus der Ruder-Gesellschaft von 1884 durch den Kameraden Haase, dem Berliner Ruder-Club „Alemannia“ durch den Kameraden Lehmann sowie einigen noch vereinslosen Kameraden, die sich vorrangig dem Wanderrudern verschrieben hatten, wurde am 25. November 1903 der Ruder-Verein „Preußen“ e.V. gegründet. Die Flaggengebung gestaltete sich unkompliziert. Von der „Alemannia“ wurden die beiden schwarzen Balken übernommen, statt des schwarzen Sterns der preußische Adler in die Mitte gesetzt, und die Geißecke erhielt die Abkürzung R.V.P. Die Anfänge unter dem allerersten 1.Vorsitzenden Hugo Haase waren eher bescheiden; so wurde zunächst in Privatbooten gerudert, die an verschiedenen Stellen gelagert wurden. Erst mit einiger Verzögerung konnte ein Holzschuppen im Wendenschloß bei Köpenick als provisorisches Bootshaus erworben werden, welcher die vorhandenen sechs Privatboote aufnahm. In dieser von stetigem Aufbau geprägten Phase gehörten etwa 25 Mitglieder zum Verein. Im März 1906 erwarb der RVP seinen ersten werftneuen Vierer. Anlässlich der Jungfernfahrt schrieb der Wassersport-Verlag, Berlin:

 „Bemerkenswert ist noch, dass diese erste Fahrt nicht nach einer Anfangsfahrt aussah, da an der Arbeit zu sehen war, dass die Herren Ruderer schon manches Training und manchen Kampf in früheren Jahren auf der Regattabahn hinter sich hatten. An die darauf stattfindende Taufe schloss sich eine gemütlich Feier, die die Mitglieder lange Zeit zusammenhielt.“

übrigens fand in diesen ersten Jahren bei der Aufnahme neuer Vereinsmitglieder eine strenge Auslese der sich zur Aufnahme stellenden Sportsfreunde statt, um die Harmonie innerhalb der noch relativ kleinen Gemeinschaft zu wahren.

 Mit der sich weiter verbessernden Situation entstand immer mehr der Wunsch, eine dauerhafte und noch besser geeignete Ruderheimat für die dann etwa 30 Kameraden zu schaffen, als es das bislang genutzte Grundstück im Wendenschloß war. Auf einem seinerzeit noch weit vor der Stadt gelegenen Gelände in Karolinenhof fand man die notwendigen Voraussetzungen, im Wald schön gelegen mit Aussicht über den Langen See zum Rohrwall und weiter zu den Müggelbergen. Im Jahre 1913 wurde das neue Grundstück bezogen und durch vieler Hände Arbeit nutzbar gemacht. Auch hier diente zunächst ein größerer Holzschuppen als Bleibe für die Boote.

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass ein großes Talent der „Preußen“ bereits damals in der Organisation von Festivitäten lag, so etwa Sommer- und Winterfeste, die neben Freude und Geselligkeit auch Geld für die Vereinskasse brachten. Übrigens trat „der Preuße“ bei solchen Gelegenheiten stilsicher mit schwarz-weißer Krawatte und weißer Hose mit schwarz abgesetzten Streifen auf.

Das Glück war leider nicht von langer Dauer, denn im Juli 1914 wurde für den ersten Weltkrieg mobil gemacht, und auch viele Kameraden zogen in den Krieg, nicht ahnend, dass viele von ihnen nicht lebend zurückkehrend würden.


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